Lokalinfo AG: Ein Heimatdichter wiederentdeckt

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Meinrad Lienert, jener seine letzten Lebensjahre in Küsnacht wohnte, zählt zu den bedeutendsten Schweizer Autoren. Jener Zürcher Chronos-Verlagshaus holt ihn mit jener Neuausgabe von «Jener doppelte Matthias und seine Töchter» aus jener Vergessenheit.

Qua Meinrad Lienert am 26. Monat des Winterbeginns 1933 im Kerl von 68 Jahren an Herzversagen in Küsnacht starb, stand er qua Heimatdichter und Erschaffer jener Schweizer Mundartliteratur in höchsten Verehren. Von seiner grossen Lesergemeinde wurde er schon zu Lebzeiten gefeiert. Wie kaum ein anderer hatte er die Schweizer so trefflich ­geschildert, ihr Sehnen und Wünschen besungen, ihre Leyden und Kämpfe in ­Gedichten und Geschichten transferieren.
Noch jahrzehntelang fehlte er in keinem Schullesebuch, in nahezu jedem Haushalt stand eines seiner Werke. In jener Stadt Zürich wurde schon von kurzer Dauer nachdem
seinem Tode im Unterbringung Wiedikon eine Strasse nachdem ihm geheißen. Die Meinrad-Lienert-Strasse war zwar nachhaltig Zeit keine prestigeträchtige Schreiben, gleichwohl dank Umfahrung und Gentrifizierung zählt sie heute mit ihren Bars und ­Restaurants, Galerien und Shops zum Trendquartier Lochergut – doch des Schriftstellers Werk ist jener Vergessenheit ­anheimgefallen.

Veranlassung zur literarischen Wiederentdeckung bietet die Warteschlange «Schweizer Texte» im Zürcher Chronos-Verlagshaus, die qua schmaler Streifen 57 den Roman «Jener doppelte Matthias und seine Töchter», den Lienert 1929 herausbrachte und jener 1941 unter jener Regie von Sigfrit Steiner verfilmt wurde, neu aufgelegt hat. Hrsg. Lukas Künzler, Historiker und Literaturwissenschaf­ter von jener Forschungsstelle Jeremias Gotthelf jener Universität Hauptstadt der Schweiz, weiss nebensächlich, wie man dem urbanen Menschen Heimatliteratur schmackhaft macht. «Vieles, welches heute hip ist, war schon einmal in Mode und wird wieder neu entdeckt.»

Eigenwillig und stark

Warum mithin nicht unvoreingenommen zu Lienert greifen und sich frappieren lassen, denn im «Doppelten Matthias» stellt er die traditionelle Geschlechterordnung des 19. Jahrhunderts in burlesker Weise hinauf den Kopf und erzählt eine Brautschaugeschichte unter umgekehrtem Geschlechtervorzeichen.

Fünf eigenwillige und lebenstüchtige Bergbauerntöchter, die hinauf dem abgelegenen Hof ihres verwitweten und unbeholfenen Vaters Matthias Stump heranwachsen, wehren nicht nur schmalbrüstige Verehrer ab, sondern mit vereinten Kräften nebensächlich andere Eindringlinge, die es wagen, die Marken des Ruchegg-Hofes zu übertreten. Womit es zu handgreiflichen Spässchen und unzimperlichen Spielchen zwischen den Geschlechtern kommt. Doch frönt Lienert weder dem seichten Komödiantentum, noch war er ein heimattümelnder Schriftsteller, ­dessen Werk sich von jener Geistigen Landesverteidigung politisch instrumentalisieren liess.

Die fünf Bauerntöchtern sind ungefähr dies Gegenteil jener perfekten Schweizer Nullipara, wie sie in jener geometrische Figur jener «Gilberte de Courgenay» idealtypisch zum Wort kommt. Sie zeugen ihre Bedürfnisse mit Nachdruck geltend. «Es ist sicher ein Frauenbuch und zu Händen feministische Leserinnen interessant», verdeutlicht Lukas Künzler. «Die Protagonistinnen lassen sich nicht durch gesellschaftliche Normen ein­engen und erfüllen keineswegs heteronormativen, gesellschaftlichen Zwängen, sie durchbrechen sie ja geradezu.»

Dichter und Journalist

Meinrad Lienert, am 21. Mai 1865 in Einsiedeln geboren, studierte an jener Universität Zürich Rechtswissenschaften, wechselte in den Journalismus und baute synchron seine schriftstellerische Tätigkeit aus. Seine Bücher mit Gedichten und Erzählungen und dem Klassiker «Schweizer Sagen und Heldengeschichten», die ab 1891 erschienen, fanden eine begeisterte Leserschaft. 1899 zog er mit seiner Familie vom Kanton Schwyz ins liberale Zürich und fand schnell Buchse an die literarischen Kreise, wurde von jener NZZ und dessen Kulturteil-Redaktor Carl Spitteler sowie vom Lesezirkel Hottingen gefördert. 1919 verlieh ihm die Universität Zürich die Ehrendoktorwürde, ein Jahr später erhielt er dies Bürgerrecht jener Stadt Zürich.

Doch nachdem einem Vierteljahrhundert in Zürich musste er 1923 aus finanziellen Gründen sein Verschlag am Zürichberg verkaufen, zog wieder nachdem Einsiedeln, gleichwohl 1929 erneut zurück an den ersehnten «blauen Tümpel» nachdem Küsnacht. In den historischen, leuchtend gelben Grebelhäusern am Hornweg 14/16, just am Seeufer, wohnte er seine letzten vier Lebensjahre zusammen mit seiner Nullipara Marie in jener Parterrewohnung.
Die Neuausgabe von «Jener doppelte Matthias und seine Töchter» vermag ­seinem Werk wieder kombinieren neuen Pomp verleihen – und dies nicht bloss zur literaturhistorischen Pflege.

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