Zürcher Forscher wollen Covid-19-Patienten mit Magneten retten

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Die Life-Science-Industriezweig hat im Kanton Zürich in den letzten zehn Jahren hoch 5000 Jobs geschaffen. Dies hilft nicht nur welcher Wirtschaft.

Bei Molecular Partners in Schlieren werden Protein-Moleküle entwickelt, mit denen auch Sars-CoV-2 bekämpft werden soll.

Für Molecular Partners in Schlieren werden Protein-Moleküle entwickelt, mit denen untergeordnet Sars-CoV-2 bekämpft werden soll.

Arnd Wiegmann / Reuters

Sie prosperieren Medikamente gegen die Covid-19-Leiden oder fischen mit Magneten Giftstoffe aus dem Lebenssaft. Dies sind nur zwei welcher Geschäftsmodelle von Firmen, die sich im Bio-Technopark in Schlieren niedergelassen nach sich ziehen. Wo einst Bahnwaggons und Aufzüge hergestellt wurden, hat die ETH Mittelpunkt welcher 1980er Jahre begonnen, Laborräume einzurichten. Welches lütt angefangen hat, ist heute zu einem Life-Science-Cluster herangewachsen. 55 Firmen mit 1500 Mitarbeitenden in den Bereichen Pharma, Bio- und Medizinaltechnik tummeln sich aufwärts dem Gegend. Und sind damit ein Symbol für jedes eine stark wachsende Industriezweig.

Welches dasjenige konkret bedeutet, zeigt eine Studie, die welcher Kanton Zürich vom Wirtschaftsforschungsinstitut BAK Economics erstellen liess und am Mitte der Woche publizierte. Obig 5000 neue Arbeitsplätze wurden in den letzten zehn Jahren in diesem Rahmen geschaffen, welcher 2019 eine Wertschöpfung von 5,3 Milliarden Franken erzielte. Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh sprach am Mitte der Woche vor den Medien denn untergeordnet von einer welcher wachstumsstärksten Branchen und einem Jobmotor. Mehr noch: «In diesem Rahmen steckt untergeordnet noch grosses Potenzial für jedes die nächsten Jahre.»

Lukas Langenegger, CEO von Hemotune

Lukas Langenegger, Geschäftsführer von Hemotune

Frank Brüderli / Wyss Zurich

Vielversprechende Aussichten nach sich ziehen untergeordnet viele welcher jungen Firmen aufwärts dem Schlieremer Industrieareal. Ein Visite wohnhaft bei Hemotune, Wagistrasse 27, im 5. Stock eines fleischkäsefarbenen Bürogebäudes. Dies Namensetikett neben welcher Klingel kommt aus dem Beschriftungsgerät, dasjenige Firmenlogo klebt denn ausgedrucktes Journal Papier hoch welcher Eintrittstür: Den Startup-Groove hat sich Hemotune erhalten. Welches die Firma im Bio-Technopark entwickelt, ist diesem Stadium im Kontrast dazu schon entwachsen. Ihr Medizinprodukt hat schon triumphierend die ersten Hürden zur Zulassung genommen. Dies sagt Geschäftsführer Lukas Langenegger, welcher uns in Oberhemd, Jeansstoff und Turnschuhen begrüsst.

Im Eingangsbereich steht zwischen Kleiderständer und dunklen Ledersofas ein Urbild welcher Maschine, um die sich hier die Gesamtheit dreht. Verwandt einem Dialysegerät soll sie unerwünschte Stoffe aus dem Lebenssaft von daran angeschlossenen Patienten explantieren. Hauptsächlich solche, die wohnhaft bei einer Sepsis entstehen – im Volksmund Sepsis genannt. Selbige lässt sich solange bis heute kaum erläutern, obwohl sie rund jeden fünften Todesfall aufwärts welcher Welt verursacht.

Dies gleichsam Revolutionäre ist nicht dasjenige Gerät, sondern die Technologie: Hemotune hat Teilchen mit einem magnetischen Mark entwickelt, die dem Lebenssaft beigegeben werden und passgenau an den herauszulösenden Giftstoffen andocken. Ein Magnet in welcher Maschine zieht sie hernach mitsamt den toxischen Substanzen hervor, während dasjenige gereinigte Lebenssaft wieder in den Leib zurückfliesst.

Könnte solche Technologie jetzt triumphierend eingesetzt werden, liessen sich derzeit viele Leben sichern – und gigantische Gesundheitskosten sparen. Denn untergeordnet dasjenige Coronavirus kann eine Sepsis verursachen. Ganz aufwärts welcher Intensivstation betreuten Covid-19-Patienten nach sich ziehen eine. Gemäss den Herstellern könnte die Hemotune-Maschine nicht nur die Überlebenschancen welcher Patienten verbessern, sondern untergeordnet die kostenintensive Betreuungszeit verkürzen.

Weil sich die Magnetteilchen mit verschiedenen Hüllen versehen lassen, können sie mehrere Stoffarten synchron aus dem Lebenssaft «fischen». Dereinst vielleicht untergeordnet Krebszellen, vertrauen die Entwickler. Verschiedenartig denn wohnhaft bei einer medikamentösen Therapie geschieht zudem die Gesamtheit ausserhalb des Körpers. «Wir losmachen ein altes Pharmaproblem mit einem medizinischen Gerät», erklärt Langenegger den innovativen Prozedur.

Wie nicht mehr da Life-Science-Unternehmen ist Hemotune interdisziplinär angelegt. «Für uns sind weitestgehend nicht mehr da Studienrichtungen welcher ETH vertreten», sagt Langenegger, welcher selbst Chemieingenieurwesen an welcher Eidgenössisch-Technischen Hochschule Zürich studierte. Dort ist die Firma 2017 denn Spin-off entstanden. Seither ist dasjenige Team von 3 aufwärts 17 Mitglieder angewachsen. Mit seinen 32 Jahren liegt Langenegger laut eigenen Aussagen ein Jahr unter deren Altersdurchschnitt.

Wie er durch die Laborräumlichkeiten welcher Firma führt, stellt ein Materialwissenschafter ohne Rest durch zwei teilbar Einzelteile welcher Magnetteilchen her. Eine Schlange weiter gibt eine Pharmazeutin solche per Pipette in Lösungen mit Giftstoffen, um zu prüfen, wie gut sie solche explantieren. Daneben sitzt eine Chemikerin und dokumentiert einzelne Arbeitsschritte – «80 von Hundert unserer Arbeit», kommentiert Langenegger ihr Tun im Vorbeikommen. Im Nebenraum testet ein Geräteentwickler die Software welcher Hemotune-Maschine. Sie nicht mehr da wollen nun vor allem die Prozesse optimieren und Qualitätsstandards definieren.

Den Niedergang welcher Industrie bremsen

Wie energiegeladen die Life-Science-Industriezweig ist, zeigt sich daran, dass welcher Sektor seine Wirtschaftsleistung in den vergangenen 10 Jahren um hoch 5 von Hundert pro Jahr steigern konnte. Zusammen mit welcher Informations- und Kommunikationstechnologie ist er damit welcher wachstumsstärkste Sektor im Kanton – und gewinnt laufend an Einfluss. So sind die Life-Sciences in den letzten 20 Jahren um 143 von Hundert gewachsen, in welcher gleichen Periode stieg dasjenige kantonale Bruttoinlandsprodukt nur um 44 von Hundert an.

Damit ist es untergeordnet gelungen, den Niedergang welcher Zürcher Industrie aufzuhalten. Während in den letzten 10 Jahren 8000 Stellen in den übrigen Industriezweigen abgebaut wurden, schafften die Life-Science-Betriebe 5100 neue Jobs. Welcher Strukturwandel ist im vollen Gangart.

Insgesamt ist die Einfluss welcher Life-Sciences für jedes Zürich im Kontrast dazu noch relativ unendlich klein, so beträgt ihr Quotient an welcher kantonalen Wertschöpfung derzeit nur 3,6 von Hundert. Dem Kanton ist sehr wohl an einer stärker diversifizierten Wirtschaft gelegen, um damit konjunkturelle Schwankungen auszugleichen, denen etwa welcher traditionell dominante Finanzsektor stärker ausgesetzt ist.

Welcher Kanton Zürich mischt wohnhaft bei den Life-Sciences vorne mit

Schweizweiter Quotient an Arbeitsplätzen im Life-Science-Sektor (in von Hundert)

Basel-StadtZürichWaadtAargauZugKantone051015

Welcher Zürcher Life-Science-Sektor hat nationalistisch durchaus Trägheitsmoment. Welches die Menge welcher Arbeitsplätze betrifft, liegt Zürich aufwärts dem zweiten Reihe hinter Basel-Stadt. Im besonderen stark ist welcher Kanton im Rahmen welcher Medizinaltechnik, darob etwa wohnhaft bei welcher Herstellung von Prothesen. In dieser Industriezweig stellt Zürich jeden vierten Arbeitsstelle in welcher Schweiz.

Dagegen ist welcher Pharmabereich im Kanton noch tendenziell unbedeutend. Basel schwingt mit Distanz obenaus und stellt nationalistisch 40 von Hundert welcher Pharma-Arbeitsplätze. Mit lediglich einem von Hundert liegt Zürich im Kantons-Ranking im Hintertreffen aufwärts Reihe 13.

Und die übrigen Regionen schlafen nicht. So wird in welcher Baselbieter Kommune Allschwil unweit welcher Grenze zur Stadt Basel derzeit ein Life-Science-Unigelände erstellt, welcher Raum offenstehen soll für jedes 5000 solange bis 8000 Arbeitsplätze. Doch untergeordnet welcher Schlieremer Bio-Technopark wächst. So wurden in den letzten Jahren die flachen Hallen welcher ehemaligen Waggonfabriken durch Hochhäuser ersetzt. Und welcher Park soll weiter ausgebaut werden, wie Geschäftsführer Mario Jenni an welcher Medienkonferenz sagte. «Wir helfen den Firmen, damit sie wohnhaft bei uns wachsen können.»

Hochhäuser statt flacher Industriehallen. Der Bio-Technopark wächst in die Höhe.

Hochhäuser statt flacher Industriehallen. Welcher Bio-Technopark wächst in die Höhe.

Karin Hofer

Von 6 aufwärts 150 Mitwirkender

Welches aus einem Startup wie Hemotune werden kann, zeigt ein Gangart hoch die Strasse, zur Firma Molecular Partners. Hier ist dasjenige Firmenlogo in grossen Lettern an welcher Wand verankert, man wird von einer Rezeptionistin begrüsst und erhält vereinen Gast-Badge. Zwei gläserne Trophäen zeugen im Wartebereich von den Errungenschaften des Unternehmens. Aufwärts welcher Kaffeemaschine kleben keine Kulleraugen, und statt Guetzli einer Detailhändler-Billiglinie liegen assortiert Markenschokoladeriegel für jedes die Mitarbeitenden aufwärts – zahlbar per Twint übers Handy.

Patrick Amstutz, CEO von Molecular Partners.

Patrick Amstutz, Geschäftsführer von Molecular Partners.

Arnd Wiegmann / Reuters

Basta dem einst sechsköpfigen Spin-off welcher Universität Zürich ist innert kurz 17 Jahren ein Unternehmen mit 150 Mitarbeitenden geworden, die in einer Selfie-Collage von einer Fotoleinwand lächeln. Laut ist untergeordnet Geschäftsführer Patrick Amstutz mit 45 Jahren irgendetwas älter. Turnschuhe trägt im Kontrast dazu untergeordnet er.

Die Büroräumlichkeiten, durch die er uns führt, sind ungleich weitläufiger denn jene von Hemotune, ebenso die Labors. Die verschiedenen Disziplinen verfügen hier hoch je eigene Teams und Räumlichkeiten. Welches andernorts eine Mitarbeiterin mit Pipette macht, übernimmt hier eine grosse Maschine.

Am Ursprung untergeordnet dieser Life-Science-Firma stand eine innovative Technologie, aus welcher erfolgreiche Produkte entwickelt werden sollten. In diesem Kernpunkt Medikamente aufwärts biologischer Sockel. Wie erfolgreichster Wirkstoff nach sich ziehen sich in jüngerer Zeit künstlich hergestellte Antikörper erwiesen. Die Präparate nach sich ziehen weniger Nebenwirkungen denn chemisch hergestellte und wirken sehr spezifisch. Im Kontrast dazu: «Jedes für jedes sich ist ein Einzelkämpfer mit lichtvoll festgelegten Aufgaben», versucht Amstutz dasjenige Prinzip zu veranschaulichen.

Welcher Molekularbiologe und seine damaligen Mitstudenten nach sich ziehen vor rund 20 Jahren eine Methode entwickelt, mit welcher sich aus diesen Einzelkämpfern ein Team zusammenschreiben lässt. Konkret nach sich ziehen sie künstliche Proteine kreiert, die zu einem Molekül kombiniert wie eine Mischung aus mehreren Antikörpern wirken. Dies Prinzip dieser DAR-Pins genannten Teilchen erklärt Amstutz über eines Medikaments gegen Sars-CoV-2, welches die Firma derzeit zusammen mit Novartis zur Produktreife erwirtschaften will:

«Drei davon halten dasjenige Coronavirus in Schachspiel und hindern es am Okkupation in die menschliche Zelle. Zwei von ihnen sorgen dazu, dass dasjenige Team möglichst heftige Menstruationsblutung im Sicherheit bleibt, während sie sich an jene Einzelteile im Lebenssaft heften, die dort insbesondere heftige Menstruationsblutung zirkulieren.» Damit sollte dasjenige Präparat besser und länger wirksam sein denn bisherige Therapien, die meist aufwärts eine Verknüpfung zweier Antikörper setzten. Dies Ensovibep genannte Mittel soll schon in Zukunft an Patienten getestet werden.

Nachdem Corona wieder aufwärts Wachstumskurs

Die Corona-Krisis bietet für jedes die Unternehmen welcher Life-Science-Industriezweig einiges an Entwicklungsmöglichkeiten. Strich in welcher für jedes Zürich so wichtigen Medizinaltechnik hat sie jedoch untergeordnet Schäden vererben. Weil die Spitäler viele Operationen aussetzen mussten, konnten etwa weniger künstliche Gelenke eingesetzt werden. Die Studienautoren rechnen für jedes 2020 wohnhaft bei den Life-Sciences so gesehen mit einem Einbruch von 3,7 von Hundert wohnhaft bei welcher Wertschöpfung.

Gleichermaßen wegen Nachholeffekten umziehen sie im Kontrast dazu davon aus, dass dasjenige Zunahme im laufenden Jahr aufwärts 8,4 von Hundert stark ansteigen und sich in den nächsten Jahren wohnhaft bei 4 von Hundert in Bewegung setzen wird. Damit soll ein Stellenwachstum von jährlich 1,2 von Hundert kovariieren.

Und untergeordnet längerfristig seien die Perspektiven gut für jedes die Industriezweig. Hierfür sind gemäss den Studienautoren insbesondere vier Faktoren zuständig: Die Alterung welcher Gruppe in entwickelten Volkswirtschaften, dasjenige globale Bevölkerungswachstum, dasjenige Zunahme welcher Mittelschicht in Schwellenländern sowie welcher medizinisch-technische Fortschritt.

Zürich ist gut aufgestellt, um an diesem Zunahme zu partizipieren, vor allem untergeordnet dank welcher hohen Qualität welcher Hochschulen und des Universitätsspitals. Doch untergeordnet andere Faktoren spielen eine Rolle, wie welcher Visite im Bio-Technopark zeigt.

Mehr Mut zum Scheitern

Im derzeit wie überall leeren Grossraumbüro von Hemotune im fünften Stock spendieren die grossen Fenster den Blick ungezwungen aufs Gleisfeld zwischen Schlieren und Zürich Altstetten. Industriebauten sind zu sehen, im Kontrast dazu untergeordnet ehemalige Bauernhäuser und grüne Hügel. «Die Aufenthaltsqualität eines Ortes wird von Firmen oft unterschätzt», sagt Geschäftsführer Lukas Langenegger und meint damit untergeordnet die hübsche Terrasse, die dasjenige Büro umgibt. «Höchstleistungen kann man nur an guten Orten erbringen», sagt er.

Gefragt nachher Zürichs Standortvorteilen nennt er die Hochschulen, die Kleinräumigkeit und die Lebensqualität. Und worüber könnte Zürich noch funktionieren? In erster Linie an welcher Mentalität, findet Langenegger. Mehr Mut zum Risiko und weniger Furcht vor dem Scheitern. Sonst sei Neuerung nicht möglich, und die Schweiz brauche solche, um weiterhin so triumphierend zu sein. Dieses Klarsicht sei in den Köpfen im Kontrast dazu noch zu wenig verankert.

In welcher Anfangsstadium sei es hierzulande dank guten Förderprogrammen möglich, mit einer guten Idee an erstes Kapital zu kommen, sagt Langenegger. Doch um dieser untergeordnet zum Perforation zu verhelfen, brauche es insbesondere im Rahmen Life-Sciences hohe Summen. Auf Grund des Risikos schreckten Schweizer Sponsor mehrfach davor zurück, solche aufzubringen. Ein Startup sei so gesehen schnell aufwärts ausländische Investoren angewiesen – die am Finale den Grossteil welcher in welcher Schweiz gesäten Früchte ernteten.

Patrick Amstutz, Geschäftsführer von Molecular Partners und Vorstandsmitglied im Verein Swiss Biotech, sieht es homolog: «Die Talente nach sich ziehen wir, im Kontrast dazu wir sollen noch mehr daraus zeugen», sagt er. Uni-Abgänger würden in welcher Schweiz noch zu stark denn Fachkräfte denn denn Unternehmer oder Pioniere wahrgenommen. «Dass Erfindungen zu Gründungen zur Folge haben, sollte welcher Regelfall sein.» Dies ziehe untergeordnet Investoren an, zeigt er sich überzeugt.

Wie nahe Misserfolg und Lorbeeren in dieser Industriezweig beieinanderliegen, zeigen die jüngsten Entwicklungen in Amstutz’ Firma: Letzten Sommer lehnte die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA deren Zulassungsantrag für ein Augenheilmittel ab, worauf die Aktie um ein Drittel einbrach. Wie die Kooperation mit Novartis für das vielversprechende Covid-19-Medikament bekanntwurde, verzeichneten die Titel dagegen einen Kurssprung. Letzte Woche wurde zudem berühmt, dass die US-Schwesterbehörde NHA beabsichtigt, es in eine globale Studie aufzunehmen.

Dem Life-Science-Standort Zürich spendieren solche Erfolge weiteren Aufwind.

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